Der häufigste Grund, warum eine gute Behandlung ein mittelmäßiges Ergebnis bringt, liegt außerhalb des Studios. Er entsteht in den zwei Wochen danach, draußen, bei Tageslicht.
Warum behandelte Haut anders auf Sonne reagiert
Jede wirksame Behandlung setzt einen Reiz. Microneedling, Peeling, Mesotherapie oder Mikrostrom regen die Haut an, sich zu erneuern. Während dieser Erneuerung ist die oberste Schutzschicht kurzzeitig durchlässiger, und die Pigmentzellen reagieren empfindlicher.
Trifft in dieser Phase UV-Strahlung auf die Haut, antworten die Pigmentzellen mit vermehrter Melaninbildung. Das Ergebnis sind Flecken, die ungleichmäßig stehen und Monate bleiben können. Sie entstehen genau dort, wo die Haut eigentlich gleichmäßiger werden sollte.
Hinzu kommt ein zweiter Punkt. UV-Strahlung baut Kollagen ab. Eine Behandlung, die den Aufbau von Kollagen anregen soll, und ungeschützte Sonne wirken damit gegeneinander. Der Aufwand im Studio verpufft, wenn draußen abgebaut wird, was innen entstehen soll.
Sonnenschutz nach der Behandlung ist deshalb kein Zusatz, sondern Teil der Behandlung. Wer ihn weglässt, arbeitet gegen das eigene Ergebnis.
Ein kurzer Blick auf die Begriffe hilft beim Einkauf. UVB verursacht den klassischen Sonnenbrand und wird vom Lichtschutzfaktor beschrieben. UVA dringt tiefer ein, ist über das ganze Jahr nahezu gleich stark vorhanden und spielt bei Pigmentflecken und Hautalterung die größere Rolle. Ein Produkt, das nach der Behandlung taugt, schützt vor beidem und trägt dafür das UVA-Zeichen im Kreis.
Die Regel, an der die meisten scheitern
Fast alle Kundinnen cremen morgens. Fast niemand cremt nach.
Ein Lichtschutzfaktor hält keinen ganzen Tag. Nach zwei bis drei Stunden im Freien, nach Schwitzen, Abwischen oder Wasserkontakt ist der Schutz deutlich reduziert. Die Regel lautet daher: alle zwei Stunden nachcremen, solange Sie draußen sind.
Der zweite Punkt ist die Menge. Für das Gesicht sind etwa zwei Fingerlängen Produkt nötig, also je ein Strang auf Zeigefinger und Mittelfinger. Die meisten nehmen ein Drittel davon. Wer zu wenig aufträgt, macht aus einem Lichtschutzfaktor 50 rechnerisch einen niedrigen.
| Fläche | Menge je Auftrag | Häufigkeit im Freien |
|---|---|---|
| Gesicht | zwei Fingerlängen | alle zwei Stunden |
| Hals und Dekolleté | eine Fingerlänge | alle zwei Stunden |
| Handrücken | halbe Fingerlänge | nach jedem Händewaschen |
Der häufigste Einwand lautet, dass Nachcremen über Make-up nicht funktioniert. Das stimmt so nicht. Ein Sonnenschutz als Puder oder als Spray mit kurzem Abstand lässt sich über eine fertige Grundierung auftragen, ohne dass sie verwischt. Wer im Büro sitzt und mittags eine halbe Stunde draußen ist, deckt damit den entscheidenden Teil des Tages ab.
Wie lange gilt das nach welcher Behandlung?
Die Dauer hängt davon ab, wie tief der Reiz gesetzt wurde. Die folgenden Werte sind Anhaltspunkte. Im Studio besprechen wir konkret, was für Ihre Haut gilt.
| Behandlung | Konsequenter LSF 50 | Direkte Sonne meiden |
|---|---|---|
| Microneedling | 14 Tage | 7 Tage |
| Mesotherapie | 7 bis 10 Tage | 5 Tage |
| Hyaluron und Lippen | 5 bis 7 Tage | 3 Tage |
| Galvanischer Feinstrom | 3 bis 5 Tage | 2 Tage |
Solarium und Selbstbräuner bleiben in diesen Zeiträumen ebenfalls außen vor. Selbstbräuner zieht in frisch behandelter Haut ungleichmäßig ein und betont genau die Stellen, die ruhen sollten.
Was außer Creme noch hilft
Sonnenschutz besteht aus mehr als einer Tube. Diese Punkte kosten nichts und wirken zuverlässig:
- Schatten in der Mittagszeit. Zwischen 11 und 15 Uhr ist die Strahlung am stärksten.
- Ein Hut mit breiter Krempe. Er schützt Stirn, Nase und Wangen, also die Zonen, die zuerst pigmentieren.
- Sonnenbrille mit UV-Schutz. Die Haut um das Auge ist dünn und reagiert empfindlich.
- Fensterplätze bedenken. Fensterglas hält UVB weitgehend zurück, UVA nur teilweise. Im Auto und am Schreibtisch am Fenster gilt der Schutz weiter.
- Wolken zählen wenig. Ein bedeckter Himmel lässt einen erheblichen Teil der UV-Strahlung durch.
- Reflexion mitdenken. Wasser, heller Sand und Betonflächen werfen Strahlung zurück, im Schatten unter einem Sonnenschirm kommt so mehr an als vermutet.
- Den UV-Index prüfen. Er steht in jeder Wetter-App. Ab einem Wert von drei ist Schutz sinnvoll, ab sechs gehört die Mittagszeit in den Innenraum.
Diese Maßnahmen wirken zusammen. Kleidung und Schatten übernehmen den größten Teil, die Creme schließt die Lücke an Gesicht, Hals und Händen. Wer sich allein auf die Tube verlässt, hat den schwierigsten Weg gewählt, weil er von Menge und Nachcremen abhängt.
Drei Irrtümer, die uns häufig begegnen
„Im Winter brauche ich das nicht." Die Strahlung ist geringer, doch sie ist vorhanden, im Schnee und in den Bergen sogar hoch. Nach einer Behandlung gilt der Schutz ganzjährig.
„Mein Make-up hat Lichtschutzfaktor." Eine getönte Creme mit LSF 20 wird so dünn aufgetragen, dass vom angegebenen Wert wenig übrig bleibt. Sie ersetzt keinen eigenen Sonnenschutz.
„Ich habe einen dunklen Hauttyp, mir passiert nichts." Dunklere Hauttypen verbrennen später, neigen aber stärker zu Pigmentverschiebungen nach Reizen. Für sie ist die Regel besonders wichtig.
Welches Produkt nach einer Behandlung passt
Frisch behandelte Haut mag es ruhig. Sinnvoll ist ein Produkt ohne Duftstoffe, ohne Alkohol weit vorn in der Liste, mit Lichtschutzfaktor 50 und UVA-Kennzeichnung. Mineralische Filter auf Basis von Zinkoxid werden häufig als angenehmer empfunden, weil sie weniger reizen.
Darunter gehört Feuchtigkeit. Eine Hyaluron-Creme mit mehreren Molekülgrößen unterstützt die Haut in der Erneuerungsphase, ohne sie zu belasten. Die Reihenfolge lautet: Serum, Pflege, zuletzt der Sonnenschutz.
Was in dieser Phase pausiert, ist ebenso wichtig. Retinol, Fruchtsäuren und hoch dosiertes Vitamin C machen die Haut zusätzlich lichtempfindlich. Sie kommen erst zurück in die Routine, wenn die Haut ruhig ist und der Schutz zuverlässig sitzt. Einige Medikamente wirken ebenfalls lichtsensibilisierend, darunter bestimmte Antibiotika und Entwässerungsmittel. Nennen Sie im Vorgespräch, was Sie einnehmen.
Behandlung und Sonne zusammen planen
Wer im Frühjahr oder Sommer eine Serie plant, legt die Termine sinnvollerweise so, dass keine Sitzung kurz vor einem Strandurlaub liegt. In unseren Studios in Dresden und Frankfurt am Main planen wir dieses Nachsorgefenster von Anfang an mit ein.
Was nach einer Sitzung im Einzelnen zu beachten ist, steht auf der Seite Microneedling. Wenn Sie Ihre Termine und Ihren Sommer aufeinander abstimmen möchten, erreichen Sie uns über das Kontaktformular.